Der Arenenberg war seit jeher von einer Vielfalt an Gärten umgeben. Noch heute ermöglicht die Gartenwelt auf kleinstem Raum eine Reise durch die Entwicklung der europäischen Gartengestaltung der letzten 600 Jahre.
Bereits im Mittelalter legten Thurgauer und Konstanzer Patrizier einen repräsentativen Lustgarten an – zunächst im strengen Renaissance-Stil mit klaren geometrischen Formen. Heute präsentiert sich das Anwesen als Landschaftspark des 19. Jahrhunderts, geprägt von einem eindrucksvollen Spiel aus Licht und Schatten, Wasser und Wald.
Im Jahr 1816 erwarb Hortense de Beauharnais, Stieftochter Napoleons I., das Schloss Arenenberg und verliebte sich sogleich in die romantische Lage über dem Bodensee. Sie gestaltete nicht nur die Salons neu, sondern legte auf einem Plateau unterhalb des Schlosses einen Landschaftspark an, der als erster «kaiserlicher» Park gilt. Hortense integrierte Elemente früherer Epochen wie Wasserspiele, Grotten, eine Eremitage und ebnete gleichzeitig die Terrassen.
Namen wie die «Italienische Terrasse» erinnern bis heute an die Renaissance. Sie schuf ein ausgefeiltes Wegesystem und eine moderne Wasserversorgung, die Anlagen wie die «Grosse Fontaine» erst möglich machte. In dieser Zeit entstanden auch die erste Orangerie sowie ein Gemüsegarten (Potager) zwischen Orangerie und dem späteren Gästehaus. Obstgärten und Felder blieben erhalten, und der Rebbau lag Hortense besonders am Herzen, da die Weinlese zu ihren liebsten Tätigkeiten gehörte.
Ihr Sohn Louis Napoléon, der spätere Kaiser Napoleon III., führte diese Gartentradition fort. Er erweiterte das Arboretum um exotische Pflanzen, legte Blumenbeete und Rabatten in kunstvollen, geometrischen Mustern an, einige davon sind bis heute sichtbar. Auch schuf er den «Pleasure Ground» mit seinem zentralen Springbrunnen. Mutter und Sohn sorgten dafür, dass die Gärten nach den Vorstellungen von Fürst Pückler gepflegt wurden. Dazu zählten auch die Nutzgärten, deren Tradition heute in den Arenenberger Schulgärten fortgeführt wird.


