Im Wallfahrtsort Mariastein liegt ein besonderer Garten: der Heilpflanzen- und Gewürzkräutergarten des Klosterhotels Kreuz.

Abseits der Klostermauern gelegen, wurde er Anfang der 1990er-Jahre auf Initiative der Franziskanerinnen von Erlenbad angelegt und wird heute von Pflanzenheilkundlerin Beate Eckerlin gemeinsam mit Hausmeister Röbi Husistein und seinem Team gepflegt. Hier begegnen sich altes Wissen und moderne Kräuterkunde in lebendiger Form.

Der Garten ist in zehn Felder gegliedert, jeweils einem Anwendungsbereich gewidmet. In ihrer Mitte blüht ein rundes Rosenbeet, ein stiller Treffpunkt zwischen rund 200 Kräutern, die gegen verschiedenste Beschwerden helfen können. Bei Führungen teilt Beate Eckerlin Geschichten und Heilwissen, das bis in die Klostermedizin und weiter zurück reicht: vom Bärlauch als Frühlingskraftspender, über Brennnessel – eine Pflanze voller Kräfte, deren Stängel einst zu Gewebe verarbeitet wurden und deren Samen, Wurzeln und Blätter bis heute vielfältige genutzt werden bis zur Schlüsselblume, deren Saponine entzündungshemmend wirken und die Hildegard von Bingen als Stärkung für das Gemüt empfahl.

Kräuterkunde verlangt Achtsamkeit. Bärlauch etwa lässt sich leicht mit giftigen Pflanzen wie Maiglöcken oder Herbstzeitlosen verwechseln. Mit geübtem Blick zeigt Beate Eckerlin den Gästen, wie man essbare Kräuter sicher erkennt. Wer diesen Garten besucht, spürt sofort, dass hier mehr als Heilpflanzenwissen wächst. Als Ort der Ruhe und der Verbundenheit mit der Natur wirkt der Garten wie eine kleine Apotheke im Freien und trägt den Geist der Klostertradition bis heute weiter.

Schafgarbe (c) Beate Eckerlin
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