Gärten mit Geschichte

Ein historisches Juwel in Soglio

Hotel Palazzo Salis

Hoch über den steingedeckten Dächern des Bergells verbirgt sich einer der bemerkenswertesten historischen Gärten Graubündens: der Garten des Palazzo Salis in Soglio.

Hinter der klaren, strengen Fassade des barocken Palazzos öffnet sich völlig überraschend ein streng gegliederter Renaissancegarten, dessen Struktur bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben ist.

Angelegt wurde der Garten vermutlich kurz nach 1701, als Baptista von Salis, Kommissar von Chiavenna, das Haus erweitern liess. Nichts deutet darauf hin, welch aufwendige Eingriffe damals nötig waren. Ganze Häuserzeilen mussten abgerissen werden, deren Mauern später geschickt in die Gartenarchitektur integriert wurden. Die so entstandene Anlage verbindet französische Symmetrie mit italienischer Raffinesse und steht in spannendem Kontrast zur wilden Berglandschaft, die an ihren Rändern sichtbar bleibt.

Der Garten gliedert sich in sechs streng gefasste «Compartiments de Parterre», getrennt durch zwei Haupt¬ und eine doppelte Querachse. Buchshecken, leichte Terrassierungen und mit Blumen gefüllte Beete prägten die Anlage. Vieles bleibt im Dunkeln, denn es existieren keine historischen Pläne. Hinweise auf Pavillons, dekorative Mauerelemente und prachtvolle «Topiary»-Buchsfiguren lassen jedoch die einstige barocke Fülle erahnen.

Von zentraler Bedeutung waren dem Garten seine Pflanzen. Aus Korrespondenzen geht hervor, dass die Salis eine beeindruckende Sammlung von Blütenpflanzen pflegten, darunter exotische Kübelpflanzen und Pomeranzen, für die ihre Gärten berühmt waren. Besonders eindrucksvoll sind noch heute drei historische Strauchpfingstrosen, deren Sorten auf chinesische und japanische Züchtungen zurückgehen und den Garten im Mai in duftende Farben hüllen.

Ein späterer Höhepunkt entstand im 19. Jahrhundert mit der Pflanzung von Mammutbäumen (1884). Heute steht noch einer im Garten, der zu den ältesten und mächtigsten Exemplaren Graubündens gehört. Damals wurden sie bewusst so gesetzt, dass sie die alten Gartenachsen betonen, beinahe so, als ersetzten sie die einstigen barocken Pavillons.

Der Garten des Palazzo Salis ist mehr als ein Ort der Ruhe. Er erzählt von Kulturgeschichte, botanischer Leidenschaft und einer Familie, die über Jahrhunderte hinweg Gartenkunst pflegte. Wer ihn heute besucht, blickt nicht nur in ein Stück Vergangenheit, sondern entdeckt ein lebendiges Ensemble aus Architektur, Natur und Geschichte.

Historischer Garten im Hotel Palazzo Salis
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